{"id":298,"date":"2017-12-14T11:28:26","date_gmt":"2017-12-14T11:28:26","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastiankaindl.com\/?p=298"},"modified":"2017-12-14T11:28:26","modified_gmt":"2017-12-14T11:28:26","slug":"%basiert-rpe-velocity-based-ein-paar-gedanken-zur-trainingsplanung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sebastiankaindl.com\/?p=298","title":{"rendered":"%basiert- RPE &#8211; velocity based&#8230; Ein paar Gedanken zur Trainingsplanung"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man die letzten Jahre verfolgt, so erscheint es einem als w\u00e4ren viele neue Metriken zur Trainingsplanung aus dem Boden geschossen und mit ihnen auch neue Ans\u00e4tze in der Planung des Krafttrainings. \u00a0W\u00e4hrend &#8220;fr\u00fcher&#8221; alles basierend auf einem 1Wdh Maximum geplant wurde (%1RM) so brachte Mike Tuscherer die Welt der subjektiven Belastungsquantifizierung aus dem Ausdauersport (die Borgskala) ins Krafttraining. Zudem nimmt die Metrik der Hantelgeschwindigkeit Einzug in die Welt des Krafttrainings, da immer mehr g\u00fcnstige und praktikable Varianten diese zu messen auf den Markt kommen.<\/p>\n<p><strong>Die neue Revolution?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Nun findet man unter Powerliftern die gleiche Meinungsverschiedenheit, welche auch im Bereich der physischen Vorbereitung in den Teamsportarten vorherrscht:<\/p>\n<p>Eine Seite vertritt die Auffassung, dass Training immer ein strukturierter Prozesssein muss, welcher auf Anpassungen fusst, die wiederum gut vorherzusagen\/planbar sind. Die Schlagworte hierf\u00fcr sind: Periodisierung, biomotor abilities, %basiertes Training.<\/p>\n<p>Die Gegenseite kritisiert dieses mechanistische Denken und spricht sich f\u00fcr eine Autoregulierung des Trainings aus oder zumindest einen variablen Trainingsprozess. Die Grundlage hierf\u00fcr ist die Individualit\u00e4t des einzelnen Athleten und somit die Spezifik der zeitlichen Abl\u00e4ufe der Anpassungsmechanismen. Die Schlagworte hier sind: Autoregulation, Individualit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>Wie individuell sind wir eigentlich?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Mit diesem Absatz k\u00f6nnte ich mich wohl bei einer Vielzahl an Menschen unbeliebt machen. Ohne eine Genderdebatte ansto\u00dfen zu wollen: Es gibt physiologische Unterschiede zwischen M\u00e4nnern und Frauen, welche den Trainingsprozess ma\u00dfgeblich beeinflussen k\u00f6nnen. Hierzu z\u00e4hlt meiner Meinung nach nicht mal vorrangig wie die Faserverteilung ist ( sicherlich auch ein Faktor) sondern gerade Dinge wie Menstruationszyklen und hormonelle Schwankungen (ja gibt es auch bei M\u00e4nnern, aber mit weniger drastischen Auswirkungen auf den passiven Bewegungsparat etc.). Nur geht es hier nicht um individuelle Unterschiede sondern eher um Unterschiede zweier Athletengruppen.<\/p>\n<p>Es gibt unterschiedliche Anthopometrien ( K\u00f6rperbauten), es gibt unterschiedliche Faserverteilungen (FT\/ST Ratio), es gibt unterschiedliche hormonelle Profile, es gibt unterschiedliche Faseranzahlen (die Zahl der Muskelfasern ist genetisch festgelegt und kaum beeinflussbar), es gibt verschieden gepr\u00e4gte Nervensystemtypen, es gibt noch so einiges was verschieden ist. Also auch Variation in der Anpassung an Training.<\/p>\n<p><strong>Also muss jeder alles anders machen?<\/strong><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nun die Flinte ins Korn der Trainingsplanung werfen und sagen: Jeder ist anders und ich passe mich ja auch jede Woche anders an, also plane ich nicht bzw nur sehr grob.<\/p>\n<p>Dieser Prozess ist nur dann Zielf\u00fchrend, wenn ich ihn sehr gut dokumentiere, um die Gesetzm\u00e4ssigkeiten der eigenen Anpassung herauszufinden. Und das Problem wird nicht durch ein Workoutlog mit RPEs gel\u00f6st. Das kann ein Schritt sein, aber es gibt zu viele Einflussfaktoren die hier mit reinspielen. Was sollte man also tracken?:<\/p>\n<ul>\n<li>Standard Metrik: Wiederholungen, S\u00e4tze, Gewichte und alle daraus ergebenden Metriken (dazu gibt es einiges hier:\u00a0<a href=\"http:\/\/sebastiankaindl.com\/?p=216\">Volumen &amp;#8211; Wie viel ist viel? Understanding Strength Serie \u00a0<\/a>oder hier\u00a0<a href=\"http:\/\/sebastiankaindl.com\/?p=201\">Intensit\u00e4t &amp;#8211; Jenseits von Motivationsvideos wird es komplizierter Understanding Strength Serie)<\/a><\/li>\n<li>Schlaf: Dauer und Qualit\u00e4t<\/li>\n<li>Ern\u00e4hrung<\/li>\n<li>RPEs<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das w\u00e4re das absolute Minimum. Und hier f\u00e4ngt es an schwierig zu werden. Denn es gibt bei multifaktoriellen Modellen nat\u00fcrlich nicht nur einfach Zusammenh\u00e4nge, aber es geht ja schliesslic nicht um eine wissenschaftliche Arbeit sondern nur darum etwas \u00fcber das eigene Trainings zu lernen. Also alles sammeln und dann nach einer l\u00e4ngeren Phasen mal anschauen, ob es Zusammenh\u00e4nge gib. Hier ist oftmals schon eine Visualisierung mittels Excel hilfreich (Wichtig nat\u00fcrlich auf die Standardfallen der graphischen Darstellung zu achten!)<\/p>\n<p><strong>Also keine %Pl\u00e4ne mehr?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man davon ausgeht, dass der Gro\u00dfteil des menschlichen Organismus gleich ist und die interindividuellen, also zwischen den einzelnen, Unterschiede nicht so ausschlaggebend sind, dann kann man durchaus das Training in einem strukturierten Prozess planen. D.h. man plant etwas \u00fcber einen Zeitraum wie vier Wochen, acht Wochen (ja 5,9,11 gehen genauso gut). Hierf\u00fcr kann man Prozente w\u00e4hlen, da sie ein hilfreiches Tool sind um eine Struktur und Logik in den Plan zu bekommen.<\/p>\n<p><strong>Was ist mit Geschwindigkeit?<\/strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-299\" src=\"http:\/\/sebastiankaindl.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/beast-sensor-mobile-app.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"http:\/\/sebastiankaindl.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/beast-sensor-mobile-app.jpg 250w, http:\/\/sebastiankaindl.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/beast-sensor-mobile-app-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/p>\n<p>Mantelgeschwindigkeit hat eine hohe Korrelation zur Intensit\u00e4t (%1RM) und kann somit zu einer Art Kontrolle f\u00fcr die tats\u00e4chliche Trainierbarkeitherangezogen werden. Man sollte die reine Geschwindigkeit (mittlere Hantelgeschwindigkeit bei klassischen \u00dcbungen, maximale HG bei olympischen\/ballistischen \u00dcbungen) sicher nicht als alleiniges Merkmal nutzen, da auch hier Schwierigkeiten entstehen k\u00f6nnen. Aber in Zusammenhang mit %1RM und RPE kann sie das Bild vervollst\u00e4ndigen. Im Training von Athleten von z.B. Spielsportarten ist die Planung via Geschwindigkeit wiederum eine gute M\u00f6glichkeit, um an gezielten Kraftf\u00e4higkeiten zu arbeiten, da in diesem Fall %1RM nur sehr vage ist.<\/p>\n<p><strong>Schliessen wir die Grenzen<\/strong><\/p>\n<p>Hat man nun einen solchen %basierten Plan, kann man diesen mit subjektiven Markern versehen (RPE der einzelnen \u00dcbungen, Session RPE etc.) und erh\u00e4lt so ein besseres Feedback \u00fcber den absolvierten Trainingsblock. So kann man evaluieren, ob der Block wie geplant lief oder nicht und erh\u00e4lt evtl. auch Einblick in individuelle Merkmale. Dieser Prozess nennt sich Trainert\u00e4tigkeit, Coaching neudeutsch, und wurde eigentlich schon immer so absolviert, oder sollte es zumindest.<em> \u00a0Die Planung des Trainings in Perioden und Bl\u00f6cken ist ein Rahmen der nicht davon abhalten sollte das Training innerhalb dieses Rahmens anzupassen.<\/em> Der wichtige Punkt hier ist, das auf tats\u00e4chlichen Beobachtungen basieren zu lassen und nicht andauernd massiv abzuweichen. Alle Abweichungen sollten registriert werden und zur Auswertung vor dem neuen Trainingsabschnitt herangezogen werden.<\/p>\n<p>Es geht also wie so h\u00e4ufig im Training um das Problem, dass wir allzu gerne in Schwarz und Weiss denken und Training oft so vermarktet wird w\u00e4hrend die Wahrheit wie so oft in der Mitte liegt. Ein sch\u00f6nes Beispiel hierf\u00fcr ist Mike Tuscherer. W\u00e4hrend die RPE Idee auf social Media oft zur Absurdit\u00e4t f\u00fchrt, wei\u00df der werte Herr Tuschender genau um die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen dieser Metrik und setzt sie dementsprechend gezielt und kombiniert ein.<\/p>\n<p>Denkt man also l\u00f6sungsorientiert und nicht &#8220;fitness&#8221;religi\u00f6s, dann realisiert man, dass es nun auch f\u00fcr die nicht Profisportler, Proficoaches mehr M\u00f6glichkeiten denn je gibt das Training zu analysieren und somit schlauer zu werden.<\/p>\n<p>Hier noch ein kleines Video zum Thema RPE und Fehler diese richtig zu nutzen.<\/p>\n<p><iframe width=\"474\" height=\"267\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/HvRx2YZTcbQ?start=323&#038;feature=oembed\" frameborder=\"0\" gesture=\"media\" allow=\"encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Euer Coach B<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man die letzten Jahre verfolgt, so erscheint es einem als w\u00e4ren viele neue Metriken zur Trainingsplanung aus dem Boden geschossen und mit ihnen auch neue Ans\u00e4tze in der Planung des Krafttrainings. \u00a0W\u00e4hrend &#8220;fr\u00fcher&#8221; alles basierend auf einem 1Wdh Maximum geplant wurde (%1RM) so brachte Mike Tuscherer die Welt der subjektiven Belastungsquantifizierung aus dem Ausdauersport &hellip; <a href=\"http:\/\/sebastiankaindl.com\/?p=298\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">%basiert- RPE &#8211; velocity based&#8230; Ein paar Gedanken zur Trainingsplanung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,4],"tags":[23,111,57,20,32,89,30,110,112,35],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/sebastiankaindl.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/298"}],"collection":[{"href":"http:\/\/sebastiankaindl.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/sebastiankaindl.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/sebastiankaindl.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/sebastiankaindl.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=298"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/sebastiankaindl.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/298\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":300,"href":"http:\/\/sebastiankaindl.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/298\/revisions\/300"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/sebastiankaindl.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=298"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/sebastiankaindl.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=298"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/sebastiankaindl.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=298"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}